Ministrien Websites sind durchgefallen

Selbst als gutmütiger Web-Lehrer kann ich den Ministerien Websites kein gutes Zeugnis ausstellen. Durch die Bank sind das alles keine Musterschüler und haben großteils sogar Ihre Aufgaben vergessen.

Allen gemeinsam ist das fast protzige Überangebot an Informationen, Inhalten und Themen. Da drängt sich mir der Verdacht auf, dass mit diesem Überangebot, Arbeit und Leistung vorgetäuscht werden soll. Das 1 Mal 1 der Usability ist vielen Ministerien noch völlig fremd – in der Bedienbarkeit der Seite heißt es „nachsitzen“.

Auch bei der entscheidenden Prüfung nach der Relevanz der Inhalte sind die angetreten Websites durchgefallen. Zu Ihrem Bürgerservice und der staatstragenden Funktion ist der Prüfer meist gar nicht vorgedrungen.

Keine einzige der Ministerien Websites konnte mit sehr gut abschneiden, zwei Schüler müssen die Klasse sogar wiederholen.

Hier die Rankliste samt Noten und verbaler Beurteilung:
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Lügen, Porno und Internet

Die Temperaturen steigen, die Rocklänge sinkt – es riecht nach Sommer & Sex. Ja, endlich – lieber Leser – wird es saftig und deftig. Heute geht es um Sex. In unserer Sex Society wird Sex enttabuisiert und beherrscht unser Leben – zumindest im Internet. Doch was ist dran und drin im Porno-Business im Web? Lesen Sie die nackten Tatsachen über den Geschäftsverkehr mit dem Coitus.

Ohne Sex geht nichts mehr: Dildo-, Ausgreif- und Auspeitsch-Techniken werden bereits im Frühstücks-Fernsehen diskutiert. Täglich versprechen hunderte Spam-Mails mehr, besseren, längeren, härteren Sex und natürlich ist „Sex“ der mit Abstand meist gesuchte Begriff auf Google.

Ein paar harte Fakten:
12 % aller Websites sind Porno-Sites.
25% aller Suchmaschinen Anfragen betreffen Porno-Begriffe.
35% aller Downloads sind pornographisches Material.
Es gibt ca. 372 Millionen Porno-Websites.
Und jeden Tag kommen 266 neue dazu.
Jede Sekunde werden 89 Dollar für Porno im Web ausgegeben.
2006 machten die Porno-Sites in den USA 2,84 Milliarden Euro Gewinn.

Alle funktionierenden Geschäftsmodelle, Zahlungsfunktionalitäten, Datensicherheit & Co wurden zuerst für Porno-Sites entwickelt. Studien habe es erwiesen: Es ist wesentlich sicherer, sich auf Porno-Sites zu bewegen, als im restlichen Internet. Das heißt, die Sexpages sind frei von Phishing, Spamming und Co.

In Abwandlung eines berühmten Zitates von Gottfried Benn kann man sagen: „Pornographie ist der Vater des Fortschritts im Internet.“

In der Total-Erotisierung der Gesellschaft wird Porno zum anerkannten und geschätzten Geschäft. Porno-Stars werden zu neuen Pop- und Jugend-Idolen und bringen zuweilen sogar Bewegung in die Politik. Der neue Lover von Katja Riemann ist Pornostar, Pornostarlets sind echte Celebrities und kaum ein Star – der wirklich etwas auf sich hält – kommt ohne privates Sex-Video aus.

Ein lustiges Paradoxon am Rande: Es sind immer die anderen, die die Porno-Seiten schauen und dort für das schnelle Vergnügen bares Geld einwerfen. Und obwohl jeder vierte Mann und jede achte Frau regelmäßig Porno konsumiert – sind wir es einmal sicher nicht, sondern eben die anderen. Oder Sie vielleicht?
Doch Sie könnten es sich ja einmal rein aus geschäftlichen Gründen ansehen…
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Das war Marketing von gestern

Google lehrt die Agenturen das Fürchten, steht so schön in der aktuellen Ausgabe von economy. Das glaube ich aber nicht, denn bekanntlich sind klassische Agenturen und alt eingesessene Werbe-Berater garantiert furcht- und beratungsresistent.

Alles wird bleiben und alles wird damit auch immer besser – behaupten schon ÖVP und ORF, wobei die positiven Trends mit freien Augen kaum wahrnehmbar sind. Einspruch! Sicher könnten Marktstudien genau das Gegenteil beweisen.

Wobei, eurer Ehren, es ist mir egal – Einspruch abgelehnt. So locker heute auch Imponier-Vokabeln wie Web 2.0 über die Lippen jedes frisch gefangenen Marketing-Assistenten kommen – so 08/15 sind wir doch in der Praxis.

Das was überall – für zugegeben teures Geld – als Online Marketing verkauft wird, entpuppt sich beim aufmachen als schöner Wunderbra, der viel verspricht, aber einen dann doch nur hängen lässt. Einspruch! Sexistische Bemerkung.

Ok, zugegeben, Geschmäcker sind verschieden, einer mag Birnen der andere Äpfel – vielleicht stehen viele Unternehmen auf den Optik-Effekt ohne befriedigendes Erfolgserlebnis. Naja mir kann das egal sein – denn wer Online-Marketing in Zukunft wie ein alter Feldherr fährt, wird garantiert sein Waterloo erleben. Oder um es mit den Lyrics von Robinson zu sagen: Das war Marketing von gestern, aber gestern ist vorbei…

Manchmal seh’ ich alte Banner
mit fixem Platz für viele Jahr’
Ganz klein ist da die Klicker-Rate,
denn da war Humphrey Bogart drin.

Nicht zu vergessen die Agentur’n
der Lugi Schober mit  weiß’n Frack
der kleine Demner und Konsorten
da splittert schon der alte Lack.

Das war Marketing von gestern
Das war Marketing von gestern
aber gestern ist vorbei…

Und das Geschäft mit Provisionen
das macht den Werbeplaner froh
einmal gebucht und stets kassiert
Heut’ gibt es sowas nirgendwo.

Das war Marketing von gestern
Das war Marketing von gestern
aber gestern ist vorbei…

Manchmal seh ich alte Hunde
Erfolg wird dabei nie gemessen,
bauen Websites wie vor Jahren.
Ja, das ist wirklich zu vergess’n…

Das war Marketing von gestern
Das war Marketing von gestern
aber gestern ist vorbei…

[Anm.: Bald als Klingelton im Jamba SparAbo zu haben]

Grüne online – gääähn

Wahlkampf Analyse Teil 5 

Die Grünen sind im Web sehr brav, informationslastig und wenden sich offenbar an eine intellektuelle linke Schicht. Der themenbezogene Zugang –die Website trägt den Stil und die Handschrift des sanften Professors Van der Bellen. Hier will man scheinbar Regierungsfähigkeit beweisen: nur kein Anecken, nur keine Provokation.

In der Fülle der Information gehen die Grünen sogar so weit, dass sie unter dem Punkt Wahl 2006 nicht ihre Positionen vertreten, sondern das Wahlsystem in Österreich aufarbeiten.

Kurz & bündig nennt sich zwar ein Menüpunkt, aber die Zusammenfassung der Informationen ist alles andere als schnell fassbar. Hier geht es scheinbar wirklich um mündige Wähler, die viel Zeit haben.

Natürlich gibt es alles, was eine gute Website heute braucht: RSS, Newsletter, barrierefrei, Blogs und eine eigene nüchternen Van der Bellen Website.

Mitmachen – naja wenn man unbedingt will – kann man Mitglied werden, sonst wird auch in diesem Bereich jede aggressive Anbahnung vermieden.

Fazit: Soll hier etwas verkauft oder nur informiert werden? Dass es bald eine Wahl gibt, wird aus der Grünen Website eigentlich nicht klar. Hohe Dichte an qualitativ hochwertigen Inhalten, viel, viel Text. – aber man braucht auch sehr viel Zeit. Mit der Website wenden sich die Grünen ganz klar an ein linkes (oder rechtes) Bildungs-Bürgertum.

BZÖ online – Westi mein Besti

Wahlkampf Analyse Teil 4 

Auf der BZÖ Website ist „Westi“ – unklar ob es sich um eine Wahlkampf-Bezeichnung oder einen Künstlernamen handelt –die zentrale Person.

Eine sehr plakative, schreiende Startseite – auf der sofort geräuschvoll ein Video abläuft – (aktuell gerade mit der Präsentation von Veit Schalle) – macht Lust auf weitere Inhalte.. (Leider kommt man dann nie wieder auf diese Startseite zurück…?)

Das Westenthaler-Programm ist prominent auf der Startseite beworben – öffnet sich dann allerdings enttäuschend als ein Powerpoint Pdf.

Ansonsten gibt es BZÖ Today und Weekly sowie das .Westi TV mit immerhin schon 5 Beiträgen – damit 4 mehr als Fairness TV –(eigentlich handelt es sich um billig produzierte Werbespots.)

Das Wahl-Programm ist eher schwierig zu navigieren, sehr unübersichtlich und wenig lesefreundlich. Hier fehlt überraschender Weise das Plakative aber dafür nicht Jörg Haider.

Mitmachen beschränkt sich auf Partner werden – allerdings nur wenn man auch bezahlt (da scheint offenbar eine gewisse Geldnot zu herrschen?)

Und weil Westi natürlich um nichts zurück stehen will, darf auch der Westi Song „Wir halten zusamm“ .- Unterhaltungswert allerdings deutlich geringer als der Batman Rap.. Jede Menge Audio-Files, die sich leider nicht – elegant – direkt auf der Seite öffnen –ö runden die interaktiven Features ab.

Im Übrigen wurden sehr brav alle freiheitlichen Hinweise von der Seite entfernt.

Fazit: Man spürt irgendwie das Dilemma zwischen Regierungspartei und eigentlichem Oppositionswillen – für das eine fehlen die Inhalte für das Andere der Populismus. Die Seite ist gut und solide gemacht, bietet aber wenig Überraschung, die Partei wird nur bedingt verkauft und das Mitmachen beschränkt sich  aufs Zahlen.

FPÖ online – die dynamische Single

Wahlkampf Analyse Teil 3  

Da merkt man plötzlich, wo man ist: Spürbarer und sichtbarer Unterschied zu den beiden Großparteien.  Quantität und Qualität der Inhalte reichen lange nicht an ÖVP, SPÖ oder Grüne heran. Da liegt aber auch nicht der Focus.

Konzentration wirklich auf das Wesentliche: Den Verkauf des Kandidaten und der Positionen.
HC Strache mit Mini-Präsentation auf der Seite und dann einer eigenen Website.

Die Positionen stehen in „Dafür stehen wir“: Klare Aussagen. – kurz und leicht verständlich formuliert (1 Satz!) – keine weiteren Informationen – hier geht es wirklich nur um die Kern-Botschaft und nicht um die Inhalte.

Ansonsten werden News-Meldungen benutzt um die Botschaften zu untermauern. Generell wirkt die Website aber eher billig und selbst gestrickt. Die Seite erinnert im Übrigen sehr an den ORF mit ihren angeteaserten Newsbildern oben.

Ein paar kleine populistische Spielereien wie der Bawag Verlustrechner versuchen etwas Leben in die Seite zu bringen. „Höhepunkt der Page“ ist zweifelsohne der HC Rap. HC Strache als singender Superhero, der das Land rettet: köstlich. Nun ja, singen tun sie ja alle – unvergesslich zuletzt Franz Voves mit „Country roads take me home“ in den steirischen Pensionistenheimen.

Fazit: Eigentlich bemerkenswert ruhig (vom Rap einmal abgesehen), fast schon zurückhaltend wirkt die Website. Keinerlei Möglichkeit selbst aktiv zu werden (hat die FPÖ offenbar gar nicht nötig) Einziges interaktives Feature ist der Newsletter. Bonus-Punkt bei der Unterhalten, einzig wegen dem Rapp. Keine aggressive Oppositions-Politik, sondern eher biederes Herunterbeten der Standpunkte.

SPÖ online – noch nicht kanzlerreif

Wahlkampf Analyse Teil 2  

Auch die SPÖ hat sich im Internet ordentlich aufmunitioniert: Natürlich Newsletter, RSS Feed, Barrierefreiheit aber auch Spiele, Downloads und jetzt neu sogar das Fairness TV (erinnert doch ein bisserl an das Westi TV des BZÖ – nur war das fröüher.)

Etwas verwirrende Navigation, sehr schnell clickt der Wähler auf einen externen Link und ist schon wieder fort.

Auch der Zugang zu den eigentlich „Verkaufsargumenten“ den Positionen ist nicht so schnell und direkt – zudem fehlen hier die kurzen Zusammenfassungen.

Enttäuschend auch der Bereich „Mitmachen“ – man stellt sich die Frage, wo hier der Input der US-Spin-Doctors ist – denn all die wunderbaren US-Wahl Features: von der Block-Party bis zum Dating Service fehlen hier komplett. Das Mitmachen beschränkt sich darauf Mitglied zu werden und E-Cards zu verschicken.

Gusenbauer ist zwar präsent, aber irgendwie losgelöst und nicht in der Hauptnavigation – ein zusätzlicher (wieder anders aussehender Link) führt auf eine eigene Gusi Seite. (die allerdings gleich aussieht)

Fazit: Jede Menge Inhalte, jede Menge zusätzliche Seiten zu den unterschiedlichen Themen, es fehlt aber ein wenig der Fokus auf das Wesentliche: Themen & Kandidat und auch das Mitmachen kommt deutlich zu kurz (offenbar hat die SPÖ ohnehin genug Wahlhelfer.) – klare Schwächen in der Usability machen ein Navigieren schwer und zum Teil sogar ärgerlich. Noch nicht ganz Kanzler reif.

ÖVP online – professionell & fad

Wahlkampf Analyse Teil 1 

Die Kanzlerpartei ist durch und durch staatsmännisch: State-of-the-Art Website, die wirklich alle Stückerln spielt: Barrierefrei, RSS-Feed, Newsletter, Podcast, Shop, Countdown bis hin zur Personalisierung (Wähler kann sie sogar rot machen) der Seite.

Verkauf sehr klar: Auf einer Seite sind die Top-Verkaufsargumente zusammengefasst – mit vertiefenden Informationen, wenn gewünscht. Super, positiv und designerisch schön gelöst.

Kanzler Kandidat Schüssel ist jederzeit mit dem eigenen Menüpunkt zugänglich und auch hier werden auf einer Seite die wichtigsten Argumente für ihn gezeigt.

Klare Aufforderung zum Mitmachen mit vielen Möglichkeiten, sich selbst einzubringen. Umfangreicher Inhalt, sehr aktuell ein echtes Partei-Portal.

Fazit: Staatstragend, hohe Informationsdichte, trotzdem übersichtlich und klar. Wenig aggressiv, aber passend zum gesamten Wahlkampf. Auf weiteren Seiten auch jede Menge Kreativität und interaktive Spielereien.

Negativ ist die doch zum Teil etwas schwierige Navigation durch die Fülle der Informationen und auch wenig Unterhaltungswert. Und überhaupt fad – wie der Kanzler selbst…

Gabi Waldners geistige Enteignung

Liebe Gabi Waldner,

du bist so unglaublich tough und hart. Du hast das Rückgrad den Politik-Granden diesesLandes zu trotzen – du sitzt so steif, als ob du einen Besenstil verschluckt hast.

copyright orf

Macht aber nichts, dafür kehrst du mit den großen Herrn ordentlich Dreck vor der eigenen Tür. Akribisch vorbereitet liest du von deinem Schummelzettel, eine Enthüllungs-Fangfrage nach der anderen. Du bist stur, ha(c)kst nach, gibst nicht auf, hörst nicht zu und betest weiter dein Programm herunter. Sogenannter Ignorant-Investigativer Journalismus.

Du verwirrst und irristierst, sorgst für unfreiwillige Komik und setzt neue Maßstäbe in der Kategorie “Nutzlose Fragen”. Aber der Höhepunkt war die Frage an “Genosse” Gusenbauer: “Welche Privatisierungen er wieder rückgängig machen wird?”. Ich verstehe dich schon Gabi, du hast den Charme der Agentin, die aus der Kälte kam. Aber leider Zwangsenteignungen wird es sogar bei einer SPÖ Allein-Regierung nicht geben.

Luigi, der Halbierer

Lieber Luigi,

ich sage nur Napalm, purer Napalm! Ich brenne darauf dir zu sagen, dass der Brand im Großstadt Dschungl doch nur ein Strohfeuer ist.

Was ist dir da nur eingefallen – offenbar nicht viel: “Jugendarbeitslosigkeit halbieren” – damit wendet sich die SPÖ an eine intellektuelle linke Minderheit.  Ich habe gelernt gute Werbesprüche, sollen konkret, bildhaft und bedeutungsvoll sein, damit sie auch verarbeitet werden. Der Silbenschleppzug Jugendarbeitslosigkeit geht leicht von der Zunge und auch halbieren ist ein extrem angenehmes Wort. Mir scheint hier ist bewusst versucht worden, wahre Aussagen zu verschleiern damit nur ja nichts haften bleibt.

Diese Botschaften haben auch unglaubliches Stammtisch Potential: Ich stelle mir die vier arbeitslosen Jugendlichen vor, die ihre roten Spritzer auf Gusi erheben und sich zuprosten “Supa, da Gusi, wird die Jugendarbeitslosikeit halbieren. Passt – damit zumindest zwei von uns eine Arbeit bekommen.”

Botschaften voller Hoffnungslosigkeit  - das nennt man dann wohl sozialen Realismus.

“Pensionsansprüche garantieren” – wieder ein schleppendes Wortungeheuer, das sich nicht einmal traut die Pensionen zu garantieren, geschweige denn sie auch zu bezahlen.

Neue Fairness braucht das Land – ich denke neue Werber braucht das Land.