Korrespondenz mit einem Spammer 2010

Diesmal reagiere ich auf folgendes lustiges Mail, welches mich auch wegen der Übersetzung extrem begeisterte:

Lieber Freund,

Wie sind Sie heute und Ihre Familie? Ich hoffe gut, ich bin mr.christopher Johnson. Von Haledon, North West London, hier in England. Ich arbeite für Natwest Bank Corporation London. Ich schreibe Ihnen aus meinem Büro, das wird von einem riesigen Vorteil für uns beide. In meiner Abteilung, die der Assistent der Geschäftsleitung (Greater London Regional Office, entdeckte ich eine verlassene Summe von $ 12,5 Millionen USA-Dollar (zwölf Millionen fünfhunderttausend Us-Dollar) in einem Konto, das gehört zu unseren ausländischen Kunden Late Mr. Thompson Morrison American Bürger, der leider verloren, sein Leben in den Flugzeugabsturz von Alaska Airlines Flug 261, die zum Absturz am 31. Januar 2000, einschließlich seiner Frau und einzige Tochter.

Die Wahl der Kontaktaufnahme mit Ihnen weckt der geographischen Natur, wo Sie leben, vor allem aufgrund der Senilität der Transaktion und die Vertraulichkeit ist. Jetzt hat unsere Bank wartet einer der Verwandten zu kommen, die für die Forderung, aber niemand hat das getan. Ich persönlich wurde nicht erfolgreich bei der Suche die Verwandten für 2 Jahren, ich suche Ihre Zustimmung zu präsentieren, wie die nächsten Angehörigen / Wird Zuschussempfängers mit dem Verstorbenen, so dass die Erlöse aus diesem Konto im Wert von 12,5 Millionen Dollar bezahlt werden können.

Dies wird ausgezahlt oder geteilt in diese Prozentsätze, 60% auf mich und 40% für Sie. Ich habe sich alle notwendigen rechtlichen Dokumente, die verwendet werden können, um diese Behauptung wir machen. Alle bei Bedarf ist es, in Ihrem Namen zu den Dokumenten und legalisieren sie vor dem Gericht zu beweisen, Sie hier als legitime Empfänger. Alles, was ich jetzt verlangen, ist Ihre ehrliche Zusammenarbeit, die Vertraulichkeit und das Vertrauen, um uns sieht diese Transaktion durch. Ich garantiere Ihnen, dass diese ausgeführt wird, im Rahmen einer rechtmäßigen Anordnung, die Schutz vor einer Verletzung der law.Please, mir die folgende: Wie haben wir 7 Tage, um sie durch. Dies ist sehr URGENT PLEASE. Continue reading

Workshop: Mit Facebook & Co Geld verdienen

It was the best of times, it was the worst of times – Charles Dickens, A Tale of Two Cities (1859)

Praxis Workshop über E-Commerce im Zeitalter der Social Networks am 28. Oktober bei der Conversion Conference in Hamburg!Facebook Praxis Workshop

E-Commerce im Banne der Social Medias ist Traum und Albtraum zugleich für jeden Betreiber. Social Media richtig eingesetzt wird Konversionsraten enorm steigen lassen und mehr Umsatz generieren, wer Social Media falsch oder halbherzig betreibt falsch kann rasch unter die Räder kommen. Das Massen-Phänomen Social Media hat das Kräfte Verhältnis zwischen Shops und seinen Kunden verschoben: Unternehmen haben die Kontrolle über Botschaften verloren und die Konsumenten haben – durch die Macht der Masse – die Themen-Führerschaft übernommen. Facebook & Co. sind die neuen MeinungsMacher- hier werden Trends geboren, Bands entdeckt, Marken zu Lovemarks gestempelt oder abgestempelt und gebrandmarkt. Nicht dabei sein, geht gar nicht mehr – denn jeder ist dabei – ob man es will oder nicht.

Dieser Workshop behandelt unter anderem folgende Themen – untermauert durch internationale Beispiele unterschiedlichster Branchen:

  • Ist Facebook wirklich unverzichtbar?
  • Braucht jeder Online Shop auch eine Social Media Strategie?
  • Achtung: Gefahren und Fallen!
  • Social Shopping – alte Mechanismen in neuem Gewand?
  • Mögen E-Commerce Betreiber “Like” Buttons
  • Satelliten Shopping – mehr Points of Sale für mehr Umsatz
  • Wie Facebook Connect & andere Tools Online-Shops verbessern?
  • CRM meets Social Media – neue Kanäle für Kunden-Bindung & Dialog
  • Wie aus Kunden Spokes-Person und Botschafter werden?

Details & Anmeldung hier:

SpielKunstGlück – Universitärer Kongreß

Georges de la Tours, Falschspieler mit Karo-Ass

Georges de la Tours, Falschspieler mit Karo-Ass

Theoretisch ist die Voraussetzung für eine Wette eine Meinungsdifferenz, ein Widerspruch. Die verschiedenen Meinungen müssen sich aber auf denselben Streitgegenstand beziehen, das ist die Voraussetzung für die Einigung auf eine Wette. Wenn A dies sagt und B jenes, und zwar über denselben Gegenstand, können sich beide auf eine Belohnung, den vorher festzulegenden Wetteinsatz, für den einigen, der recht behält. Das Rechtsempfinden verlangt, daß der Verlierer diese Belohnung dem Gewinner gibt, damit der Mechanismus auf beide gleich angewandt werden kann. Die Möglichkeit, das Wetten ins Unendliche auszudehnen, beruht nun darauf, daß die andere Meinung nicht als faktische Voraussage eines anderen Ergebnisses formuliert werden muß, sondern in einem bloßen Nein bestehen kann. Damit kann zur Wette werden, wenn jemand unter Hinterlegung eines Wetteinsatzes voraussagt, dieses Pferd nimmt bei einem Rennen einen bestimmten Platz ein oder dieser Fußballverein gewinnt gegen einen anderen. Der Wettgegner wird anonym, eine Maschinerie, die den Einsatz nach dem Ergebnis entweder einbehält oder in einem festgelegten Verhältnis vervielfacht. Die Lotterie wird gar nicht mehr als die Wette empfunden, die sie eigentlich ist. Continue reading

Lustig, spontan und kreativ: Marketing mit Spaß

Rote KrabbeWas hat Marketing mit Spaß zu tun? Nichts verdammt noch mal, schließlich geht es um Quartalsziele, Analysen und Excel-Tabellen. Berater haben graue Anzüge an – oder vielleicht schwarze – reden mit ernster Stimme und vielen Imponier-Vokabeln. Ja und das hat alles seine Berechtigung und seinen Platz. Aber manchmal ist es ganz gut, wenn man wie die Krabben geht – quer statt immer nur gerade aus. Wenn gelacht wird, wenn über Business-Probleme Witze gerissen werden dann öffnet sich plötzlich ein Spektrum an neuen Möglichkeiten und Ideen: lustig, spontan und kreativ. Ohne großes Investment, ohne hohen Zeitaufwand, ohne Stress erhalten Sie neue Ideen und neue Wege. Und Sie haben dabei sogar noch eine verdammt gute Zeit. Probieren Sie doch mal etwas Neues aus. Hier geht’s zum Kontakt!

Impro-Marketing: Die Macht der Intuition

Improvisation bei Kandinsky

Improvisation bei Kandinsky

Wir haben wenig Budget, wenig Zeit, wenig Ideen, wenig Energien – aber wir haben viele Meetings, viele Regeln, viele Reportings, viele Prozesse. Jede Aufgabe wird so lange analysiert, bis sie zum Problem wird. Wir selektieren, segmentieren, sezieren – schließlich steckt der Liebe Gott ja im Detail. Und dann wundern wir uns, wenn nichts weiter geht und wir am Ende im reinigenden Feuer des Burn-outs landen. Doch wie kann der Output erhöht werden? Durch die Mächte der Improvisation und Intuition. Große Ideen waren selten Produkte sorgfältiger Planung, sondern oft „happy mistakes“. Die unterbewusste erste Entscheidung ist meist auch die richtige. Robert Seeger bietet jetzt Impro-Marketing Seminare an: Darin geht es von der „Idee zum Business“ – gemeinsam erarbeiten, erfahren, erlachen wir neue Ideen, neues Wissen, neue Erkenntnisse und Geschäftsideen. Garantiert anders – aber auch garantiert effizienter. Jetzt Kontakt aufnehmen!

Kyte Test

Warum Content immer nur für die eigene Page produzieren? Warum viel Geld in Traffic stecken? warum selbst in Social Networks aktiv werden? JA, warum nicht einfach eigenen Content in zig Websites verbreiten?
Mit einem Content Delivery Tools – z.B. Kyte Player – können User per Copy & Paste Ihre Inhalte in ihre Website bzw. ihr Social Web einbinden können. Content verbreitet sich – fast – wie von selbst. Und User können selbst in dem Playern produzieren. In den USA besonders bei Musikern bereits sehr verbreitet: z.B.

Hier sehen Sie meinen eigenen bescheidenen Versuch:

99 Düsenflieger – jeder war ein großer Krieger

Mein Herz schlägt mit Mach 3, meine Blutdruck erreicht bald 8 GT, ich fühle mich wie eine Luft-Boden-Rakete kurz vor der Detonation – kurzum ich bin fuchsteufels wild und wütend. Warum? Ich will endlich die Eurofighter. Her mit den Fliegern. Gebt mir meine Abfangjänger, aber gebt bitte endlich eine Ruh’ mit dieser endlosen Diskussion.

Gibt es eine schnellere Mastrubationshilfe als 18 über ein Stadion brausende Kampf-Flugzeuge, die mit buntem Rauch die österreichische Fahne in den Himmel jetten (Naja vielleicht 24 Flieger). Vielleicht ist das der Sinn, aber die Sinnfage ist ohnehin sinnlos geworden; denn wir haben uns nun einmal für den Kauf entschlossen.

Aber anstatt sich um viele andere wichtige Probleme zu kümmern (Arbeitslosigkeit, Schulreform, Wirtschafts-Wachstum etc..) lebt die Regierung nur mehr für den Euro-Fighter Ausschuss. Die österreichische Bundesregierung hat defacto aufgehört zu existieren. Auf den Schweigekanzler folgte der U-Kanzler Gusenbauer, der unter der Vergangheit in Tauchstation gegangen ist. Statt sich um die Zukunft zu kümmern, wird nur die Vergangeheit beleuchtet. Ich kann es schon nicht mehr hören und sehen: Jeden Tag entstehen durch die Eurofighter ca. 150.000 Euro volkswirtschaftlicher Schaden.

In dem ganzen Kasperltheater spielen Cap und Pilz die naiven Ministranten, die von der echten Welt keine Ahnung haben wollen. Aufwachen! Wir haben Waffen gekauft. Kampfjets mit denen man Dörfer in Schutt und Asche legen kann, Flugzeuge vom Himmel bombt – damit wird Krieg geführt. Basta. Und hier ein blütenweißes Geschäft zu erwarten, ist so verlogen, wie nach dem Dorgendeal nach dem Fairtrade Siegel zu fragen.

Also Schluss damit! Fangt endlich an zu arbeiten und gebt uns unsere Jets. Bezüglich den fehlenden Software Lizenzen empfehle ich eine gecrackte Version von einem Al Kaida-Server zu laden.

Übrigens EADS: Gerne machen wir eine “Rettet den Eurofighter.at” Plattform zu euren üblichen Honorarsätzen. Bitte melden.

Fußball war unser Leben

Ach, was waren das für herrliche Zeiten, als wir noch am Stehplatz-Hügl der Grubn standen und dem SK Raika Sturm Graz zu jubelten. Um seinen hart erkämpften Stehplatz nicht aufzugeben, wurde einfach in den Bierbecher gepisst und dieser nach vorne geworfen.

Was waren das noch für Zeiten als wir nur drei Legionäre einsetzen durfen, welche Spannung welche Jugos wir diesmal einkaufen. Wie spannungsgeladen waren die zwei jährlichen Grazer Stadtderbys, wie schrecklich, wenn uns wieder Eddi Glieder das entscheidenden Türl machte. Da war Verein noch Tradition; der Fußball unsere Religion und der Ball das Leben.

Doch heute ist alles anders: Der Österreichische Fußball hat defakto aufgehört zu existieren. Heute spielen mit Rapid und Austria gerade einmal noch zwei Traditionsklubs, daneben gibt es den Dosen-Retorten Club Red Bull und ein paar hochgezüchtete Dorf-Vereine, die ihre Lizenzen an den Bestbieter weiter verscherbeln.

Was ist der Grund für den Untergang einer doch traditionsreichen Fußballnation. Nun es gibt sicher unterschiedlichste Grunde.

1) Der immer stärker werdende Einfluss der Wirtschaft und des Geldes. Fußball war immer Kult und Religion – heute ist es ein massiver Wirtschaftsfaktor. Vereine und Spieler waren Ikonen und Heilige, heute sind sie Wirtschaftskonzerne und Werbeträger. Aber an der Spitze standen weiterhin Gurus oder Laien-Priester, aber keine Manager. Und es hat sich auch herausgestellt, dass nicht jeder gute Kicker auch ein fähiger Manager ist.

2) Die unglaublich hohen Gehälter ohne Bezug zur geleisteten Arbeit – und oh nein, damit meine ich nicht die fußballerische Qualität oder die wöchentlichen Arbeitsstunden – sondern den Return of Investment, den ein Spieler dem Verein bringt. Und da gibt es in Österreich ein unglaubliches Missverhältnis.

3) Größenwahn und Stolz…

4) Verrat an den Trägern der Fußball-Kultur: den Fans. Du kannst alles wechseln, aber niemals den Verein. Heute aber werden Traditionen, Vereinsfarben nach unternehmenspolitischen Gesichtspunkten verändert.

Wer gestern ManU gesehen, der hat noch ein Stück alter Fußball-Tugend gesehen: ein Trainer der seit über 20 Jahren dabei ist, Ryan Giggs seit 16 Jahren in der ersten Mannschaft, Ole-Gunnar 180 Tore bereits usw.

Könnt ihr euch vorstellen: Das Old Trafford heißt plötzlich UPC Arena und dort spielt Red Bull Manchester in pur-pur Dressen.

In dieser Fußball-Welt möchte ich nie leben.

Zurück in die Zukunft

„Zukunft“ – Zauberwort unserer Träume, denn morgen fangen wir ein neues Leben an, morgen wird alles besser und wenn wir nur schon heute wissen, was morgen passiert, können wir heute schon mit morgen beginnen. Aber bekanntlich ist heute morgen gestern – und das schneller als man denkt.

Unternehmen geben Unsummen aus, um einen scheinbaren Blick in die Zukunft zu erha-schen und dann mehr Erfolg zu haben – doch meist bleibt es beim frommen Wunsch al-lein…

Der Wunsch, die Zukunft zu ergründen, ist so alt wie die Menschheit selbst.
Die Wikinger haben Runen geworfen, die Seher der Gallier Fische seziert, um aus ihren Eingeweiden zu lesen. Nostradamus las so wie die Sterndeuter des Orients im Nachthim-mel die Zukunft. Die Griechen stiegen hinab in das Orakel, die Römer beobachteten den Flug der Schwalben und  im Mittelalter wagte frau den Blick in die Glaskugel. Die Schama-nen der Indianer ritten auf ihren Trommeln in das Tranceland. Und daneben gibt es noch viel weitere Techniken der Wahrsagerei: Traum, Astrologie, Bibelstechen, Münzwurf, Pen-deln, I Ging, Tarot, Skatkarten, Kaffeesatzlesen, Numerologie, Blutgruppen, Stirn- und Handlinien oder zu Sylvester Bleigießen.

Phonetisch, aber auch semantisch stehen sich Wahrsager und Ja-Sager sehr nahe – denn im Zweifelsfall wird die Zukunft rosig gemalt. Vieles ist umsonst, aber meistens nicht ge-schenkt. Unternehmen bedienen sich einer besonders teuren Art der Zukunftsprognose: Marktforschung und Meinungsumfragen. Was diese bringen, hat man ja bei der letzten Wahl gesehen.

Und wozu überhaupt? Jede Studie ist bereits wieder verlebte Vergangenheit in der Echtzeit der Business-Welt. Die Folge: Marketing trifft Entscheidungen mit Daten aus der Vergan-genheit, aber dafür werden utopische Preise bezahlt. Die Utopie der erfolgreichen Zukunft bleibt eben nur Utopie.

Dabei haben wir alle die Zukunft direkt vor den Augen – täglich Stunden lang. Die Zukunft steckt im Internet. Die virtuelle Echtzeit tötet die Gegenwart – und Vergangenheit und Zu-kunft laufen nahtlos ineinander über. Die Konsequenz: Die Echtzeit im Netz ist zugleich die unmittelbare Zukunft.

In Echtzeit zu agieren heißt, in der Zukunft zu handeln. Wer dieses Paradoxon ausnutzt, wird morgen den Erfolg einfahren. Doch was heißt das ganz konkret?
Wir sind alle im Netz – und viel gläserner als die düsterste Zukunftsprognose von George Orwell (22 Jahre später)  – so wie wir uns bewegen, handeln, kaufen, suchen, diskutieren, und surfen – das ist der Trend in ECHT-Zeit und garantiert repräsentativ.

Ich wage zum Abschluss eine Prophezeiung: Das Jahr 2007 wird das Jahr des Testings – nicht Data-Mining, sondern Behavioral Mining wird die Gold-Mine der Zukunft sein. Unter-nehmen, die User „benutzen“, um Content, Ads, Produktpräsentationen oder Banner zu optimieren, sind zukunftssicher.

Video is the Internetstar

Google on YouTube

Als ich heute in der Früh das morgendliche Homevideo vom Zähneputzen filmte, hörte ich es im Radio: Der Such-Tycoon Google kauft den Video-King Youtube. Als ich dann das Morgen-Geschäft im Kasten hatte, beschloss ich diesmal darüber zu philosophieren, warum die Leute jeden Scheiß filmen und dann auch noch begeistert anschauen. Worin liegt dieser Reiz, seine Reize mit der restlichen Welt zu teilen? 
 
 Zunächst einmal profitieren all diese User-Content Pages von den Exhibitionisten und Voyeuren, wobei Männer tendenziell lieber schauen und Frauen gerne zeigen. Deshalb dürfen Mann und Frau das Web allerdings auch nicht als Sammelpunkt von lauter Spannern und Spinnern verteufeln. Denn dieser kognitive Coitus ist nur eine Facette des Erfolges der privaten Peepshows.

Die fundamentale Kommunikations-Funktion des Internets liegt im „teilen und verbreiten.“ Mit dem Web ist es möglich, dass sich jede und jeder der ganzen Welt mitteilt.
Wer früher unter der Dusche gesungen hat, konnte nur bei geöffnetem Fenster und entsprechender Lautstärke auf Publikum hoffen. Und im Cyber-Age: Video aufnehmen, auf Youtube, Myspace & Co. stellen und innerhalb eines Tages haben es tausend auf der ganzen Welt gehört und sogar kommentiert. „Everybody can be a star for 1 second“, aber dahinter steckt nicht Wunsch nach Ruhm, sondern ein Schrei nach Leben.

Denn die Virtualisierung unseres Lebens, die Flucht in die Internetsucht (zuletzt sogar bei der Fernsehsendung „Primavera“) führt zu einer zunehmenden Lähmung der Individuen.

Diese Lähmung betrifft in erster Linie den Körper – mittlerweile ein Körper eines mit interaktiven Prothesen überrüsteten Nicht-Behinderten, dessen Vorbild der Behinderte geworden ist, der mit entsprechenden Hilfsmitteln seine Umwelt kontrollieren kann, ohne sich physisch fortzubewegen. Das fehlende bewegte, dörfliche oder familiäre Leben wird ersetzt vom Cyberlife. Und paradoxer Weise wünschen wir uns in diesem Paralleluniversum das echte Leben zurück: Deshalb boomen Realityserien und Home-Videos. Offenbar geilt es uns viel mehr auf, scheinbar echte durchschnittliche Personen von nebenan zu sehen, als durchgestylte Schauspieler.

Kann man daraus etwas für das E-Business lernen? Aber natürlich: Geben Sie den Menschen ein Leben, sie werden es ihnen danken. Das funktioniert für Amazon und E-Bay, und das hat die beiden fröhlichen Youtube-Gründern Chad und Steve immerhin um 1.650.000.000.000,– Dollar (= 1.65 Milliarden US Dollar) reicher gemacht.

Noch was: Das hat alles nichts mit Web 2,0 zu tun. Basta!