Buzzattack 2012: Rückblick und Randnotizen

Es hat heute ordentlich gebrummt und gesummt Kahlenberg:

Kurz-Resümee:
+ Spannende internationale Top-Referenten, die herrlicher Weise nichts verkaufen wollten, statt der üblichen Verdächtigen aus Österreicher (da könnte sich so manche Konferenz ein Scheibchen abschneiden – Hinweis: Bei den Referenten zu sparen, heißt auch nur ein Sparprogramm mit Heizdecken-Show zu bekommen).
+ Inhaltlich wurde wenig wirklich Neues geboten, aber es tut auch gut, Bestätigung für die eigenen Ansichten zu erhalten – besonders von echten Experten.
+ Erfreulich wenig Ambuzzador-Eigenwerbung, aber erstaunlich wenig Gäste anderer sogenannter Social Media Agenturen – offenbar ein typisch österreichisches Phänomen der Neidgesellschaft, wo doch lieber jeder selbst im eigenen Wasser kocht.


Kurzer Rückblick und ein paar Randnotizen:

Die Keynote von Chris Barger war offenbar für ein erwartet unkundiges österreichisches Publikum vorbereitet: solide und wahre Aussagen zum Thema Social Business aber alles auf einem Anfänger-Level. Vor allem in der wohl entscheidenden Frage, nach dem RoI von Social Media lieferte Barger keine befriedigenden Antworten, sondern beließ es beim Aufzählen von möglichen Messkriterien. Er hat in der Frage des RoI übrigens Scott Stratten falsch zitierte, der so treffend meint, dass eine sorglose Verwendung von QR jedes Mal dazu führt, dass ein Kätzchen stirbt. Hier das Video dazu Im Übrigen finden sich im neuen Buch von Scott Stratten „The Book of Business Awesome “ zwei Artikel über Social RoI >> Amazon.

Sabine Hoffmanns „neue kommunikativer“ Kosmos klang (und sah aus) wie eine Mischung aus Raumschiff Enterprise („Wir schreiben das Jahr 2012 und unser Kosmos hat sich verändert, aber das Raumschiff Ambuzzador…“) und Sonntags-Predigt mit technischen Gebrechen. Der wissenschaftliche, strategische Ansatz – auch untermauert durch die Marktforschungen von Charlotte Hager – hätte sich eine bessere Präsentation verdient.

Aber wirklich verdient war der Auftritt der innovativen Startups: Und so habe ich sofort diesen Blog mit Newsgrape verbunden – einem Art YouTube für Texte. Und die Schladminger Naturburschen Tritscher/Höflehner waren zünftig in Lederhosen unterwegs und konnten den Kahlenberg in ihrem virtuellen Touren- und Gipfelbuch verewigen: http://www.summitlynx.com/ ein Must have für alle Gipfelstürmer.

Nachmittags war Workshop Zeit: Zunächst Storytelling mit Charakteren von und mit dem brillanten Marcus Brown. Ein amüsanter, interessanter und inspirierender Vortrag, der allerdings wohl bei den meisten Zuhören etwas Ratlosigkeit hinterließ, angesichts der fast aussichtlosen Umsetzungs-Chancen in Unternehmen. Als alten Wrestling Fan hat mich natürlich das Beispiel WWE zum Thema Charakter-Entwicklung begeistert. Hier gibt es im übrigen ein hervorragendes Buch: „Head, Lies & Headlocks“ von Shaun Assael. In diesem Zusammenhang möchte ich noch anmerken, dass der Aspekt des „möglichen“ Charakters zu wenig betont wurde, was dann besonders in der Übung klar wurde, als beide Gruppen völlig utopische Charaktere entwarfen. Wirklich spannend ist allerdings immer die Unsicherheit, ob es/er nicht vielleicht doch echt ist: Das macht auch viel von der Faszination des Wrestling aus, wo ja selbst Legenden wie Ric Flair nicht einmal ihren Kindern gegenüber zugeben, dass nur perfektes Storytelling ist. Oder lesen Sie doch wieder einmal Borges – dann verstehen Sie den Zauber hinter dem unklaren Fiktiven.
Cordell Lawrence, der Jack Daniel’s – Global Community Manager, sprach mir aus der Seele. Danke! Keine Winning Games, keine Promotions, keine Gutscheine, keine Apps nur Content. Jawohl!

Und schließlich endete der Tag mit Anna O’Brien, von Sprinklr und der ShitStorm Typologie und dem Praxis-Training – Anna plauderte aus dem Nähkästchen (das sie wohl noch nie geöffnet hat ;-)) hier hab ich eigentlich nur die O2 Casestudy vermisst – aber das war der wilden New Yorkerin mit knallfärbigen Strümpfen wohl too british – aber es zeigt, welch Waffen der Humor und dicke Eier sind. (Anmerkung: Blogs sind lebendige Texte im Gesamt-Kontext des Web und bei der Verbreitung dieser Texte verändert sich der Text zuweilen auch.)

Fazit: Buzzattack 2012 war den Besuch und die 400 Euro auf jeden Fall wert – vermutlich die beste Social Media Veranstaltung in Österreich im Jahr 2012. Wer des versäumt hat: Buzz das nächste Mal besser auf!

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