Über Wert und Unwert von Leistungen

 Ich tippe mir den Sommer-Frust vom Leib: Nein nicht über das Wetter oder sonstige Small-Talk Nettigkeiten, sondern ich habe die Diskussion über Wert und Unwert von Leistung einfach so satt. Diese Post-Nazi Tarnung von Preisdrückern, passt so perfekt in unsere Schnäppchen-Gesellschaft.
Doch lesen Sie mehr – es ist ohnehin geschenkt:
 
 
 „Hauptsache billig, weil mehr bin ich mir nicht wert“ scheint zum Halali unserer Gesellschaft geworden zu sein. Ständig befindet sich die Diskont-Jagdgesellschaft auf der Hetzjagd nach noch billigeren Einkäufen. Und alle Unternehmen spielen hemmungslos mit: Immer frühere Abverkäufe mit immer größeren Preisräuschen von bis zu 80%, überzeugt selbst den dümmsten Konsumenten, dass er regulär viel zu viel zahle.

Lidls, Hofers, Penny-Märkte und Kiks überschwemmen erfolgreich den Markt. Dagegen Strategien zu entwickeln scheint nicht gefragt zu sein, offenbar macht das Mitboxen im Preiskampf viel mehr Spaß.

Und da die Gewinne der großen Konzerne – trotz Dauer-Rabatt – ständig steigen, ist ohnehin klar, wer die billigen Preise wirklich teuer bezahlt: Die Verkäuferin, die gratis Überstunden leisten muss oder die Näherin, deren Lohn für die 80 Stunden Woche auf 30 Cent (pro Woche natürlich) gekürzt wird.

Diese Billig-Mentalität verschlägt es jetzt auch immer mehr in den B2B Bereich. Viel zu oft müssen wir uns Fragen gefallen lassen, ob eine bestimmte Leistung denn den Preis auch wert sei. Und dann wird versucht mit Produktionskosten und -zeiten Äpfel und Birnen miteinander zu vergleichen. Als ob sich der Wert einer Leistung ausschließlich in der investierten Arbeitszeit messen lässt – und nicht vielleicht auch am Ergebnis selbst. Dazu fällt mir eine Anekdote von Pablo Picasso ein:

Eine Frau sprach in einem Lokal Pablo Picasso an und bat ihn, etwas für sie auf eine Serviette zu zeichnen, sie sei auch bereit, dafür zu zahlen, was er verlange. Picasso willigte ein und sagte: „10.000 Dollar“. „Aber Sie haben dafür nur dreißig Sekunden gebraucht“, erwiderte die Frau völlig verblüfft.

„Nein“, meinte Picasso, „vierzig Jahre.“

Billigkäufer, Schnäppchen-Jäger und Preisdrücker, ihr könnt mir gestohlen bleiben. Damit es ein für alle mal manifestiert ist: Bei Datenkraft kauft ihr teuer! Im wahrsten Sinnes des Wortes: Teuer, weil kostbar, denn ihr erhaltet dafür E-Business-Lösungen, die sich rechnen – garantiert!

Und jetzt ist Schluss – genug mit den Geschenken.
geschrieben für den Datenkraft NL 08/06

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