Kabale und Liebe

Über Beziehungsängste zwischen Agenturen. Verfasst von Robert Seeger im Eindruck des Friedrich Schiller Gedenkjahres.

Die Axt im Haus, ersetzt den Zimmermann, weiß schon der heuer verjubilierte Dichterfürst Friedrich Schiller. Solch klassische Weisheiten werden heute statt auf der Bühne täglich in den Agentur-Büros inszeniert: In der Event-Agentur ersetzt das Photoshop den Design-Profi, der Junior-Texter hat sicherlich schon jede Menge Event-Erfahrung mit Studenten-Partys und eine LEH-Promotion kann doch jeder Internet-Wuzzi, der schon mal im Super-markt war.

Oder – wie schildert es Schiller so treffend: Ein jeder zählt nur sicher auf sich selbst!“ – vor allem wen es um das Zählen der Marie im eigenen Säckchen geht – da wird jeder Agentur-Boss schnell zum Räuber. Der Starke ist am mächtigesten allein, warum dann überhaupt einen Rütli-Schwur mit anderen Agenturen.

Ganz simple: Alleingänge bestraft der Markt. Und nur ein verzweifelter Kunde, setzt alles auf einen Wurf. Die Spezialisierung, die Arbeitsteilung ist die große Errungenschaft der Zivilisation, würde jeder alles selber machen, würden wir wohl noch Höhlen-Events veran-stalten und Art-Direktoren die Felsen bekritzeln. (Zugegeben der Baumarkt-Boom spricht für Rückentwicklung der Menschheit, aber welche Agentur-Tussi sieht sich schon als Handwerkerin.)

Tut, was eures Amtes ist, sollte der Stammbuch-Spruch für Agenturen lauten. Ein jeder tut, was er am besten kann, denn nur gemeinsam seit ihr stark. Eine partnerschaftliche Zusammenarbeit  ohne Eifersüchteleien und Ängste bringt dem Kunden mehr Erfolg – und mehr Erfolg bringt den Agentur wieder mehr Umsatz..

Was ist der langen Rede kurze sein? Agenturen dieses Landes verbündet euch: eine frucht-bare Partnerschaft trägt süße  Früchte in Form von neuen Aufträgen. Liebe Kunden: Ver-trauen ist gut, Spezialisten sind besser!

Zum Schluss noch eine Warnung vor dem Start einer neuen Beziehung nicht blindlings zu handeln, denn man kann schnell baden gehen: Oder wie reimt es Schiller (aber nicht im Taucher, sondern in der Glocke):

Drum prüfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!
Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.

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